Die norwegische Sprache, allgemein „Norsk“ genannt, wird von rund fünf Millionen Menschen gesprochen. Sie besteht aus zwei unterschiedlichen, seit 1885 amtlich gleichberechtigten Einzelsprachen, die seit 1929 „Bokmål“ (wörtlich „Buchsprache“) und „Nynorsk“ (Neunorwegisch) heißen. Beide zählen zur nordgermanischen Sprachgruppe der indogermanischen Sprachfamilie. Es gibt – bedingt durch die naturräumlichen Gegebenheiten – zahlreiche, äußerst unterschiedliche Dialekte.

Das Norwegische hat eine wechselhafte Geschichte: Das Altnorwegische (ungefähr 1050-1350) wurde durch die Pest 1349/50 stark geschwächt, das Mittelnorwegische (etwa 1350-1525) war zahlreichen fremdsprachlichen Einflüssen ausgesetzt – so dem Niederdeutschen, Schwedischen und Dänischen – und wurde durch die Vereinigung mit Dänemark (1397) bis zum Ende des 18. Jahrhunderts vollständig vom Dänischen verdrängt. Nach dem Ende der Union mit Dänemark (1814) setzte im Rahmen einer nationalromantischen Bewegung die Erneuerung des Norwegischen ein: Zum einen wurde das Dänische „norwegisiert“ und führte zur heutigen „Bokmål“, zum anderen wurden altertümliche Dialekte mitsamt Wortschatz und Grammatik aufgegriffen, die heute dem „Nynorsk“ zugrunde liegen.

Beide Sprachen sind reine Schriftsprachen, was zur Folge hat, dass bei beiden keine einheitliche Aussprache vorherrscht. Rund 90 Prozent der Norweger sprechen und schreiben „Bokmål“ – es ist grammatikalisch einfacher und stark an das Dänische angelehnt; „Nynorsk“ wird von ungefähr zehn bis zwölf Prozent der Norweger gesprochen und geschrieben, obwohl ihm sprachlich die meisten norwegischen Dialekte näher stehen.

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