Die vietnamesische Sprache ist die Amtssprache Vietnams. Sie wird dort von rund 66 Millionen Menschen gesprochen, weltweit hat sie circa 68 Millionen Sprecher. Ob sie der austroasiatischen oder sinotibetischen Sprachgruppe entspringt, war lange umstritten; die neuere Forschung ordnet sie am ehesten den Mon-Khmer-Sprachen und damit der austroasiatischen Sprachfamilie zu.

Vietnamesisch ist eine sogenannte isolierende Sprache: Es gibt keine Beugung der Wörter. Außerdem ist es monosyllabisch – das heißt, dass jede Silbe ihre eigene Bedeutung hat und neue Wörter entstehen, indem einzelne Silben untereinander kombiniert werden. Phonetisch gleiche Silben werden darüber hinaus durch sechs Silbentöne unterschieden und erhalten so eine jeweils andere Bedeutung: Die vietnamesische Sprache ist also – wie das Thai und das Chinesische – eine „Tonsprache“. Es gibt einen nördlichen, einen zentralen und einen südlichen Dialekt. Die einheitliche Nationalsprache ist aus dem nördlichen Dialekt, der sich um die Hauptstadt Hanoi zentriert, entstanden.

Das Vietnamesische ist stark von chinesischen Einflüssen geprägt: Bis zum beginnenden 20. Jahrhundert wurden in Vietnam beide Sprachen gleichermaßen verwendet – das Chinesische allerdings überwiegend als Schrift- und Verwaltungssprache. Die vormals verwendeten chinesischen Schriftzeichen wurden 1910 durch eine lateinische Buchstabenschrift abgelöst, die mittels Sonderzeichen die Töne im Schriftbild wiedergibt. Das heutige Vietnamesisch enthält neben vielen chinesischen auch englische und – bedingt durch die Kolonialzeit – zahlreiche französische Lehnwörter.

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